Service

 

Muss ich meine Solaranlage warten lassen bzw. was muss überhaupt gewartet und überprüft werden? In welchen Zeitabständen sollte das gemacht werden?

 

Unter der Wartung einer Solaranlage wird eine periodische Kontrolle einiger Komponenten verstanden. Diese Routinekontrollen dienen dem Anlagenbetreiber dazu, eventuelle Unregelmäßigkeiten oder Fehler sofort zu entdecken. Es ist empfehlenswert, wenn jedes Jahr die Anlage im Rahmen der Kesselwartung durchgesehen wird.

Im Regelfall werden bei einer periodischen Wartung folgende Punkte vom
Servicetechniker überprüft:
• Überprüfung der Anoden im Solarboiler (nur bei Warmwasserspeicher)
• Überprüfung des Wasser-Glykol-Gemisches auf Frostsicherheit
• Überprüfung des pH-Wertes des Wasser-Glykol-Gemisches
• Optische Sichtkontrolle und Prüfung aller Teile auf Beschädigung
• Überprüfung der Kollektor-Glasscheibe auf Beschädigung und Verschmutzung
• Drucküberprüfung 3,5 bar
• Überprüfung der Funktion aller Steuerungsabläufe
• Kontrolle der Steuerungseinstellung
• Funktionsüberprüfung der Fühler
• Entlüftung der Anlage
• Überprüfung der Gasvorlage des Ausdehnungsgefäßes
• Überprüfung von ggf. weiteren Komponenten nach deren jeweiligen Anleitungen

 

Ich möchte gerne die Glasscheiben meiner Kollektoren reinigen. Welches Reinigungsmittel kann ich verwenden?

 

In der Regel ist es nicht erforderlich die Scheiben der Solaranlage zu reinigen. Die abspülende Wirkung bei Regen ist normalerweise vollkommen ausreichend.

Sollte jedoch eine starke Schmutzschicht, z. B. durch Umwelteinflüsse, auf der Glasscheibe sein , kann man diese mit Wasser und Seifenlaufe entfernt werden. Bitte beachten Sie bei allen Arbeiten am Dach die entsprechenden Sicherheitsvorschriften.

 

Das Dach meines Hauses hat eine Ost/West – Ausrichtung . Auf welcher Seite sollten die Kollektoren montiert werden ? Ist es besser auf beiden Seiten Kollektoren zu montieren ?

 

In diesem Fall sollte die Kollektoranlage , sofern ausreichend Dachfläche zur Verfügung steht , auf der Westseite montiert werden . Auf dieser Seite hat man eine längere Sonneneinstrahlungsdauer und eine stärkere Strahlungsintensität auf die Kollektorfläche als dies auf der Ostseite der Fall wäre. Eine Aufteilung der Kollektorfläche auf die Ost- und die Westseite des Daches ist nur dann empfehlenswert, wenn die Dachfläche auf der Westseite nicht ausreichend Platz bietet.

 

Warum soll die Temperatur in meinem Warmwasserspeicher auf 60° C beschränkt werden, obwohl die Solaranlage den Speicher bei starker Sonneneinstrahlung auch auf 70° oder 80° C aufheizen könnte ?

 

Dies hängt stark vom entsprechenden Härtegrad des Kaltwassers ab.
Bei Erwärmung des Wassers über 60° C fällt der im kalten Wasser befindliche Kalk verstärkt aus und setzt sich an den Wärmetauschern und am Boden des Warmwasserspeichers ab. Die Folge ist , dass sich der Wärmeübergang an den Wärmetauschern verschlechtert und Korrosion im Speicher beschleunigt werden kann. Des Weiteren muss bei höheren Temperaturen ein Verbrühungsschutz in Form eines Brauchwassermischern eingebaut werden.


Mein Nachbar hat dieselbe Solaranlage wie ich , trotzdem hat er an einem Sommertag Kollektortemperaturen von 70° C , meine Anlage dagegen nur 60° C . Stimmt an meiner Anlage vielleicht etwas nicht?

 

Dies hängt mitunter davon ab, wie weit der Warmwasserspeicher von den Benutzern entladen wurde. Je tiefer die Speichertemperatur ist, umso niedriger ist natürlich auch die entsprechende Kollektortemperatur.
Das heißt, dass sich Solaranlagen generell durch das meistens sehr unterschiedliche Benutzerverhalten sowie zusätzlich an der Anlagenkonstellation unterscheiden und nicht direkt miteinander vergleichbar sind.

 

Welche Kollektorfläche und welches Speichervolumen wird für mein Haus benötigt?

 

Bei Warmwasseranlagen geht man von 1,5 m² Kollektorfläche pro Person und 60 - 80 ltr. Speichervolumen pro m² Kollektorfläche aus. Soll zusätzlich die Heizung mit unterstützt werden, rechnet man in der Praxis mit ca. 10 % der beheizbaren Wohnfläche als Kollektorfläche wobei das Puffervolumen zwischen 50 – 80 ltr. pro m² Kollektorfläche liegt.

Für eine genaue Auslegung von Solaranlagen steht Ihnen auf unserer Homepage unter der Rubrik „Solarrechner“ ein spezielles Auslegungstool kostenlos und unverbindlich zur Verfügung.

 

Die Solaranlage heizt den Speicher nicht, obwohl der Kollektor über 100°C hat.

 

Dies kann z.B. der Fall sein, wenn Luft im Kollektorkreis ist uns somit keine Energie vom Kollektor zu Speicher befördert werden kann. Durch Prüfung des Durchflusses am Volumenstrommesser kann festgestellt werden, ob eine Umwälzung im Solarkreis stattfindet. Ist dies bei gleichzeitig aktiven Pumpensymbol im Display des Reglers nicht der Fall, sollte der Kundendienst Ihres Installateurs zur Fehlerbehebung kontaktiert werden.

Der Speicher kühlt über Nacht sehr stark aus. Woran kann das liegen?

 

Eine aktive Solarpumpe kann bei Solaranlagen auch in der Nacht ein normaler Betriebszustand sein. Dies ist z.B. bei aktiver Rückkühlfunktion (Symbol im Display) der Fall. Hierbei wird der Solarspeicher in der Nacht über den Kollektor wieder abgekühlt, sodass der Speicher am nächsten Tag wieder Energie aufnehmen kann. Dies ist, je nach Anlagenkonstellation, eine sinnvolle Zusatzfunktion, welche bei Anlageninbetriebnahme durch den Installateur im Bedarfsfalle aktiviert wird. Sollte der Speicher, bei nicht aktiver Rückkühlfunktion, trotzdem über Nacht stark auskühlen, so kontaktieren Sie bitte Ihren Installateur zur Prüfung der Anlage.

 

Der Heizkessel heizt ständig den Speicher, obwohl die Sonne scheint.

 

Die Kesselnachheizung ist zur vollständigen Deckung des Energiebedarfes notwendig. Sinnvollerweise wird diese, je nach den Benutzergewohnheiten, auf die entsprechende Temperatur und Nachheizzeit eingestellt. Die zeitliche Begrenzung stellt einen sinnvolle Ergänzung zur Solaranlage dar. Besteht z.B. nachmittags kein Warmwasserbedarf, so kann diese Zeit über die kesselseitige Nachheizung unterdrückt werden. Dies spart zum einen konventionelle Energie, zum anderen hat Ihre Solaranlage länger die Möglichkeit den Speicher mit kostenloser Sonnenenergie zu beladen.

 

Welcher Betriebsdruck ist normal und mit welchem Medium ist meine Solaranlage gefüllt.

 

Ihre Solaranlage ist mit einem Wasser-Glykol-Gemisch gefüllt. Propylenglykol ist biologisch abbaubar, nicht giftig und mit Korrosionsinhibitoren versehen. Sie bewirken den Schutz für alle in der Solaranlage verwendeten Materialien vor Korrosion. Der Betriebsdruck der Anlage sollte zwischen 3,0 und 4,0 bar liegen. Sollte der Anlagendruck dauerhaft abfallen, sollte die Anlage durch den Installateur geprüft werden. Grundsätzlich kann der Druck der Anlage am Manometer rechts von der Pumpengruppe abgelesen werden.

 

Was ist ein Funktionskontrollgerät?

 

Eine sog. Funktionskontrolle ist von den meisten Förderstellen vorgeschrieben. Dabei handelt es sich um ein Anzeigegerät, welches eine Umwälzung im Solarkreis anzeigt. Am Schwebekörper der Volumenstrom-Messeinheit (in der Pumpengruppe unterhalb der Pumpe eingebaut, beim SLM50HE direkt im Display der Solarsteuerung ablesbar) kann abgelesen werden, ob die Anlage in Betrieb ist und welcher Volumenstrom umgewälzt wird. Bei Anlageninbetriebnahme wird die Solaranlage auf einen bestimmten Durchfluss voreingestellt. Dieser Wert wird bei Betrieb der Solarpumpe auf 100% wieder erreicht. Durch aktive Drehzahlregelung der Solarpumpe kann der eingestellte Volumenstrom auch geringer
sein.

 

Welche Erträge sind zu erwarten?

 

Der jährliche Ertrag einer Solaranlage ist von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Die geographische Lage des Gebäudes, sowie die Dachneigung und -ausrichtung und der letztendliche Energieverbrauch spielen hierbei eine maßgebliche Rolle. In der Praxis wird der sog. Kollektormindestertrag fälschlicherweise häufig als Kenngröße für den zu erwartenden Ertrag herangezogen. Dies ist jedoch falsch. Bei diesem Kennwert handelt es sich lediglich um einen Prüfstandwert, der es ermöglicht unter bestimmten vorgegebenen Bedingungen unterschiedliche Kollektoren miteinander zu vergleichen. Die zuvor genannten Einflussgrößen der jeweiligen Anlage fließen hierbei nicht mit ein. Grundsätzlich kann man, je nach Anlagentyp, von einem spezifischen Jahresertrag in der Bandbreite
zwischen 300-450 kWh/m² ausgehen.

Bei Betrachtung von Grafiken zur Globalstrahlung und Sonnenscheindauer Deutschlands ist der geographische Einfluss nochmals deutlich zu erkennen. Die Bandbreite beträgt allein hierbei ca. 20%. Negativ auf den Ertrag kann sich z.B. auswirken, wenn längere Zeiten keine Energie oder nur sehr wenig Energie über das Jahr hinweg benötigt wird.